Vor ein paar Stunden kamen Benny und ich von einem Workshop über Ehe zurück, der LAM (Love after Marriage) hieß.

Ich bin immer noch voll von all diesen Eindrücken, es war so überwältigend.

Die erstaunlichste, lebensverändernde Realität in diesem Workshop war die greifbare Gegenwart des Heiligen Geistes, oder mit anderen Worten, die verwandelnde Realität eines Gottes, der sich um jeden einzelnen Menschen kümmert und auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen eingeht.

Es gab viele Paare mit großem Schmerz in ihrer Ehe.

Ich war berührt, als ich etwas mehr über ihre Herausforderungen und den Schmerz in ihrer Ehe erfuhr und feierte mit ihnen jeden Schritt in Richtung Freiheit, Veränderung und Erfüllung in ihrer Intimität.  Es war so schön zu erleben und beeindruckend, nach nur vier Tagen Zeugnisse von Paaren zu hören, die Schritte in Richtung Heilung, Freiheit und Wiederherstellung getan hatten.

Benny und ich liebten es, an diesem Seminar teilzunehmen, unter all diesen wertvollen Menschen zu sein.

Es war nicht eine große Baustelle in unserer Ehe, die uns dazu bewegte, diesen Workshop zu besuchen. Es gab für uns kein großes Problem, dass dringend eine Lösung erforderte.

Aber am Ende dieses Workshops sagte mir Benny:

“Jeanne, bisher dachte ich, dass eine erfolgreiche Ehe aus harmonischen Qualitätszeiten, Kuscheln und Sex besteht.  Jetzt verstehe ich, dass es eine Schönheit und eine Intimität gibt, die wir erst zu entdecken beginnen!“

Er hat so Recht!

Es ist uns vertraut, wie wir in Harmonie zusammen sein können. Wir streiten nicht oft. Wenn wir streiten, achten wir darauf, dass wir die andere Person nicht unnötig verletzen. Wir lieben und ehren uns gegenseitig. Wir haben guten Sex. Wir können über alles reden. Wir halten uns fern von Manipulations-, Beschuldigungs- oder Kontrollspielen.

Aber in diesen vier Tagen kamen wir mit etwas viel Tieferem in Berührung als mit einer “guten Ehe”.

Wir kamen in Kontakt mit der Schönheit, uns tief verbunden und intim zu fühlen, auf eine Weise, die wir vorher nicht kannten.

“Für manche Menschen ist es einfacher, Sex zu haben, als den Mut aufzubringen, verletzlich und ehrlich sich selbst mitzuteilen”.

Das war eine Aussage während des Workshops, die mich tief berührt hatte.

Ich konnte mich identifizieren. Ich finde es einfacher, Sex mit meinem Ehemann zu haben, als zuzulassen, verwundbar zu sein. Als mich mitzuteilen, wer ich wirklich bin. Ich finde es leichter, mit Menschen zu lachen und Spass zu haben, als zu zeigen, wie ich mich tief in meinem Herzen fühle. Ich bin durchaus in der Lage, meine Ansichten über viele Themen zu teilen – aber ich bin immer wieder herausgefordert, wenn es darum geht, meine tiefsten Wünsche oder Träume zu teilen. Ich finde es ist einfacher das von mir zu offenbaren, was ich für akzeptabel halte – und die Bereiche zu verbergen für die ich mich schäme, oder bei denen ich nicht sicher bin ob ich für andere so akzeptabel bin.

Zu Beginn unserer Ehe war ich wie ein Reh, bereit, jederzeit zu flüchten und mich in mich selbst zurückzuziehen, wenn ich Angst bekam, verletzt oder unsicher war. Doch Benny war sehr sanft und einfühlsam und nach zehn Jahre Ehe taucht mein “rehiges Verhalten”, wie er es früher nannte, nur sehr selten auf.

Allerdings gab es immer noch Bereiche in meinem Leben, in denen ich am liebsten flüchten würde, wenn man mich dort berührt, weil es mich mit einem Schmerz konfrontiert, mit dem ich nur schwer zurechtkomme.

Wie ich schon sagte, unsere Ehe war bereits gut.

Aber tief verbunden zu sein?

Wir dachten, wir wären es.

Aber wir haben entdeckt, dass es einen Unterschied zwischen einer guten Ehe – und einer gedeihenden Ehe gibt.

Wir haben erkannt, dass es noch viel mehr gibt. Mehr Intimität, mehr Nähe. Mehr Verletzlichkeit und mehr Erfüllung.

Gott liebt uns zutiefst und er will uns liebevoll in die Realität von Freiheit, Freude und Leben in Fülle führen. Er will uns aus unserer Scham, unserem Schmerz und unserer Unsicherheit in seine Herrlichkeit führen und uns in die Lage versetzen, diese Intimität, diese Nähe zu ihm – wie auch zu unserem Ehepartner – zu erleben.

Ein kleiner Nachtrag: Nachdem seit unserem Eheseminar ein paar Tage vergangen sind, haben wir gemerkt, dass unsere Kinder seither viel offener, ja verletzlicher, uns gegenüber, geworden sind. Sie haben die Atmosphäre der tiefen Verbundenheit aufgenommen und sind nun näher mit uns verbunden, als je zuvor. Ist das nicht großartig, wie Kinder ganz nebenbei profitieren, wenn wir an unserer Ehe arbeiten?

Jeanne & Benny in ihrer Webseite: familythatmatters